Horst Watz

Herr Horst Watz ist gebürtiger Kinzenbacher und wuchs in sparsamen Verhältnissen auf.

Nach dem Examen begann Herr Watz in Bad Homburg bei der Firma Vickers (Hydraulik) mit einem Gehalt von etwas über 500,-- DM. Mit einem Schmunzeln meint Herr Watz: „Was sich wohl nie ändert: Geld ist bei jungen Menschen nie genügend vorhanden“

In der Anfangszeit gab es Bereiche, in denen noch Kenntnisse fehlten, die im Studium nicht vermittelt wurden. Das „Nichtwissen“ gegenüber den Kollegen war Ansporn sich in der Freizeit das notwendige Wissen anzueignen. Der nächste berufliche Schritt ging zu einem Pneumatik-Unternehmen mit Sitz in Fechenheim und Langen.

1971 wagte Horst Watz den Schritt in die Selbständigkeit mit einem „Ingenieurbüro für Hydraulik und Pneumatik“ Motivation war mehr Geld zu verdienen und damit auch die Freiheit, sich nicht von jedem etwas sagen zu lassen.

Die ersten 10 – 15 Jahre waren schwierig.

Der Spruch „Not macht erfinderisch“ trifft zu. Ein eigenes Telefon oder gar ein Gabelstapler war am Anfang noch nicht im „Firmenbesitz“. Da teit man sich mit dem Nachbarn das Telefon oder musste mit Muskelkraft die Materialien bewegen.

Der erste Großauftrag 1972 war die Schleusen-Betätigung der Öl-Pipeline von Wilhelmshaven nach Wesel/Niederrhein. Es folgte ein weiterer großer Auftrag mit ca. 2.000 Hydraulik-Handpumpen für eine Gas-Pipeline. Die Entwicklung ist ähnlich dem von Microsoft oder Apple: Beginn in der Garage, dann die Scheune ausgebaut, Leerstand im Nachbarort angemietet.

Es lief so gut, dass der Ausbau des Unternehmens notwendig wurde.

Von umgebauten Stallungen und der Scheune zuhause wurde dann in eine ehemalige Betonhalle in Daubringen umgezogen und schließlich kaufte Horst Wart 1984 in Lollar ein Grundstück und weihte dort 1985 den Neubau (Bürogebäude und Halle) ein.

Zunächst dachte man noch, die Grundstücksgröße wäre viel zu groß. Der erste Bau wurde aber inzwischen viermal erweitert!

Bei der Einhausung der A3 in Aschaffenburg zwischen 2001 und 2004 waren aus brandschutz­technischen Gründen hydraulische Oberlichter notwendig. Dieser Millionenauftrag ging an die Watz Hydraulik GmbH in Lollar.

Nach diesem wirtschaftlichen Erfolg wurde 2006 die Faudi GmbH in Stadtallendorf übernommen und damit ca. 70 Arbeitsplätze gerettet.

Herr Horst Watz wurde aufgrund seines Engagements als „Mutmacher der Nation“ nominiert und erhielt 2008 in Berlin von Bundespräsident Christian Wulf die „Mutmacher der Nation“-Medaille überreicht.

Auf die Frage was machte Sie erfolgreich oder was ist das Besondere antwortet Herr Watz „WMF-Typ“

Wille  -  Mut  -  Fleiß , dies sind Eigenschaften, die Herr Watz immer wieder in seinem Leben nutzte und unter Beweis stellt. Ob es die Besteigung des MontBlanc, die Nonstop-Fahrrad-Tour nach Bremen war oder auch die Übernahme der Hydro-Service Zylinderbau GmbH in Kamen.

INTERVIEW - FRAGEN

1.    Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium am Polytechnikum in Friedberg anzutreten?

Ich musste mich entscheiden, ob in Gießen oder in Friedberg, weil die Aufnahmeprüfungen am gleichen Tag stattfanden. Horst Watz erzählte lächelnd, dass er bewusst von seinem Wohnort in Kinzenbach bei Gießen wegwollte, sich in Friedberg ein Zimmer nahm, um sich nur auf das Studium zu konzentrieren. - Dies hatte sich nach drei Monaten in Friedberg relativiert …

2.    Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Die Ausleseprüfung war schon besonders und dann mein 22. Geburtstag an dem nicht nur feierte sondern auch am Poly-Sportfest teilnahm und den 1.000m-Lauf gewann.
(Poly = Kurzform von Polytechnikum und vorheriger Name der Hochschule in Friedberg)

3.    Was hat Sie besonders geprägt: Welcher Dozent/Professor, welches Studienangebot?

2/3 der Dozenten waren gut und engagiert aber einige (Herr Watz nennt sie schmunzelnd „Industrieflüchtlinge“) waren noch vom alten Schlag. Die haben rumgeschrien, man solle seinen Platz freimachen für andere und die haben auch nach Sympathie und Antipathie gewertet.

4.    Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Geselligkeit, Kameraden, Fußball

5.    Haben Sie ein Lebensmotto und wenn ja verraten Sie uns dieses?

„WMF“. Die sparsame Jugend hat geprägt und in der strengen Lehre vor dem Studium hat man gelernt, dass man erst etwas zu leisten hat, bevor man etwas fordert.

6.    Welchen Tipp haben Sie für Studierende oder Studieninteressierte?

Auch hier wieder „WMF“

7.    Gibt es ein Hobby, das Sie im Studium weitergebracht hat oder das sich aufgrund des Studiums entwickelte.

Der Sport. Da speziell Fußball. Mannschaftsspiel formt. Wichtig ist die Fairness. Das gemeinsame Gewinnen aber auch das Verlieren lernen ist wichtig. *

8.    Gibt es ein besonderes Buch, das Sie empfehlen können?

Kein spezielles. Ich lese sehr gerne Biografien oder Natur-Bücher. Romane sind nicht so meins.


Anmerkungen der Redaktion:

Herr Watz drängt sich nicht in der Vordergrund und ist sehr aufmerksam gegenüber den Bedürfnissen und Nöten der Menschen in seiner Umgebung. Sein soziales Engagement zeichnet Horst Watz besonders aus. Er ist Initiator von acht Benefizveranstaltungen, deren Erlöse an die Vereine und deren Jugendarbeit ausgeschüttet werden.

Heute fährt Herr Watz sehr viel Fahrrad. Mit einer Gruppe Lollarer Radfahrer hat er z.B. 1.000 Kilometer zur Partnerstadt Brassac les Mines (Frankreich) zurückgelegt.

Und auch nach unserem Gespräch musste Horst Watz schnell zum Spinning.

VIELEN DANK FÜR DAS INFORMATIVE UND ANGENEHME GESPRÄCH und WIR WÜNSCHEN HERRN WATZ WEITERHIN ALLES GUTE.